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In den letzten Wochen tragen Kundinnen und Kunden immer wieder ein Thema an mich heran.

Es äussert sich in Fragen wie:

  • Bin ich schwach, wenn ich in einer Diskussion nicht zu meiner Wahrheit stehe?
  • Sollte ich meine Meinung häufiger nach aussen vertreten?
  • Was ist, wenn ich keine Lust darauf habe, herabgewürdigt zu werden?

Erlebst auch DU es in diesen Zeiten als besonders schwierig, dir selber treu zu bleiben? Und verurteilst du dich, wenn du es – nach deinem Dafürhalten – zu wenig tust?

Als Anregung und möglichen Weg aus der Selbstverurteilung mag ich folgende Gedanken mit dir teilen:

Übungsfeld für die Selbstliebe

Momentan begegnen uns besonders viele Menschen und Situationen, die uns die Möglichkeit geben, uns in Selbstliebe zu üben.

Genau wie das Erkennen von Manipulation, auf die ich im letzten Blog eingegangen bin, ist Selbstliebe ein weiteres grosses Thema dieser Zeit. Beides hat einen Zusammenhang:

Wir haben jetzt die einmalige Chance, die vielfältigen Manipulationen in unserem Leben und unserer Gesellschaft zu erkennen. Dazu gehört auch Selbstmanipulation, die sich etwa in einem schlechten Gewissen äussert oder in dieser inneren Stimme, die uns sagt: «Hier hättest du dich anders verhalten sollen!» oder «Du bist ein Weichei, wenn du das (nicht) tust!».

Indem wir Manipulation jeglicher Art erkennen und aufhören, ihr zu folgen, finden wir den Weg zu uns selbst. Dann entdecken wir die Selbstliebe in uns. Darin liegt für mich der übergeordnete Sinn dieser speziellen Zeit.

«Was tut MIR gut?»

Doch wie sieht ein Akt der Selbstliebe in obigen Beispielen aus? Was bedeutet es hier, in Selbstliebe zu handeln?

Als Leitlinie dafür gilt für mich allein die Antwort auf diese Frage: «Was tut MIR gut?»

Die Antwort auf diese Frage hilft uns einerseits, bei uns zu bleiben und (Selbst-)Manipulation an uns abprallen zu lassen. «Es tut MIR nicht gut» heisst: Da mache ich nicht mit.

Täte ich es trotzdem, wäre das ein Verrat an mir selbst. Oder anders: Orientiere ich mich daran, was MIR gut tut, dann handle ich in Selbstliebe.

Entweder du vertrittst deine Wahrheit …

Nun magst du momentan verschiedene Situationen erleben:

Einerseits verspürst du vielleicht den Impuls, dich zu äussern: Den unangenehmen Post zu schreiben – und dafür geharnischte Reaktionen in Kauf zu nehmen. In einer Diskussion «den anderen» Standpunkt zu vertreten. Einer Freundin zu sagen, dass du die Dinge anders siehst.

Du wirst dieses innere Drängen wahrnehmen, das dich gar nicht anders handeln lässt. Du spürst: Das muss ich jetzt tun.

Tu es und rede!

… oder du lässt einfach los

Genauso gut kann es jedoch sein, dass du merkst: Es ist sinnlos, jetzt meine Meinung kund zu tun. Der anderen Person meine Wahrheit begreiflich machen zu wollen. Die Maske unten oder oben zu lassen. Meinen Standpunkt zu vertreten.

Du spürst instinktiv, dass dein Energieverlust grösser wäre als die Chance auf einen echten Austausch. Du spürst, dass dein Statement nicht als echte, bereichernde Anregung wahrgenommen – sondern nur zu gegenseitigem Ärger führen würde.

Lass los und schweige!

Reden und schweigen können gleichermassen Gold sein

Manchmal fehlt uns einfach die Kraft für Handlungen oder Erklärungen, die nichts Positives bewirken werden. Sich dann trotzdem kopfüber in die Diskussion zu stürzen oder eine solche zu provozieren, hat nichts mit Selbstliebe zu tun.

Reden und schweigen können gleichermassen Gold sein – es hängt einzig davon ab, was DIR gerade tut.

Der Schlüssel liegt darin, bedingungslos auf dein Gefühl zu hören.

Wenn du deiner inneren Stimme folgst, kannst du dich niemals verraten – egal, was du sagst oder tust.

 

PS: Selbstverständlich hat auch Schweigen seine Grenzen. Sie sind dann erreicht, wenn dich eine andere Person angreift, dir Unrecht zufügt – oder einfach unfreundlich zu dir ist. Niemand hat das Recht, seine Frustration oder ihre Wut an dir abzureagieren.

Cheryl Richardson schreibt dazu in ihrem Buch Sei dir wichtig: „Egal, warum Sie still bleiben, Sie zahlen einen hohen Preis, wenn Sie Ihren Ärger herunterschlucken. Es gibt wenige Dinge, die das Selbstwertgefühl schneller untergraben als das Dulden von unangemessenem Verhalten. Ob Sie sofort etwas sagen oder damit noch ein wenig warten, um (…) sich zu sammeln oder Ihre Gefühle zu verarbeiten – Selbstfürsorge bedeutet, Ihre Stimme zu erheben.“