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  • «Immer habe ich die falsche Farbe!»
  • «Ich bin wieder an einem Ort, an dem ich nicht weiterkomme.»
  • «Bis jetzt habe ich nur Mist!»

Ich liebe es, mit P. Rummikub zu spielen. Einerseits gewinne ich dabei sehr oft. Andererseits bieten mir diese Spiele Anschauungsunterricht erster Güte für die Wirkung von Worten.

P. ist strategisch genauso versiert wie ich. Sie kennt alle nötigen Regeln und Tricks, die für den erfolgreichen Abschluss des Rommé-ähnlichen Tischspiels erforderlich sind.

Und doch verliert sie in neun von zehn Fällen.

Was du erwartest, bekommst du

Wenn ich mir P.s Äusserungen während eines Spiels anhöre, erkenne ich schnell den Grund für ihre wiederholten Niederlagen: Ihre Äusserungen bringen Gedanken und Glaubenssätze zum Ausdruck, in denen das berühmte Glas halb leer statt halb voll ist. Dabei steht der Inhalt des Glases symbolisch für ihr Vertrauen in sich selbst:

P. scheint davon überzeugt zu sein, regelmässig die «falschen» Zahlen zu ziehen. Sie glaubt, dass sie offensichtliche Möglichkeiten übersehen wird. Oder sie ist wütend, weil die Züge ihrer Mitspieler ihre eigenen Zahlenmanöver «immer» vermasseln.

So ist gewinnen schwierig.

Wer sich je mit dem Gesetz der Resonanz befasst hat, weiss: Gedanken sind Schwingung, Worte sind Schwingung. Sie ziehen unweigerlich an, worauf du deine Aufmerksamkeit richtest. Oder: Was du erwartest, bekommst du.

Was ich bekomme, hilft mir

Währenddessen ziehe ich meine Zahlen lieber in der Gewissheit, dass sie genau die richtigen für mich sind. Bei doppelt gezogenen Zahlen vertraue ich darauf, dass ich genau diese noch brauchen werde – auch wenn ich selbst noch nicht weiss, wofür.

Wenn meine Spielpartnerin einen Joker an sich nimmt, dann freue ich mich darauf, dass er in der nächsten Runde bestimmt mir zugutekommen wird. Die Züge meiner Mitspielerinnen schaden mir nicht – sie eröffnen mir neue Möglichkeiten.

Gleichzeitig lasse ich mich beim Ziehen der Zahlen führen. Ich gebe vorher innerlich bekannt, welche Zahl ich in welcher Farbe «wähle». Erstaunlich oft halte ich die gewählte Ziffer dann tatsächlich in der Hand. Wenn nicht, dann weiss ich: Das Universum hat offensichtlich noch eine bessere Lösung für mich parat!

 

    Mit Placebo-Worten zurück auf die Gewinnerspur

    Vorsichtig habe ich bereits versucht, P. auf diese Zusammenhänge aufmerksam zu machen. Ich habe die Empfehlung ausgesprochen, einfach die Worte zu wechseln, um wieder auf die Gewinnerspur zu kommen.

    Ich habe sie eingeladen, statt Nocebo- Placebo-Worte zu verwenden. Selbst wenn sie ihrem Glück noch nicht traut: Es reicht, wiederholt aufbauende und zuversichtliche Worte zu äussern, und das gute Gefühl wird folgen – zusammen mit dem Spielglück.

    Wie aussen, so innen! Wenn ich mich miserabel fühle und lächle, bekomme ich eine bessere Laune. Das besagt die so genannte Facial­-Feedback­-Hypothese. Ebenso verhält es sich mit unseren Worten. Mit ihnen gestalten wir unser Leben – auf die eine und auf die andere Seite.

     

    In diesem Sinne: Ich freue mich aufs nächste Spiel!