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Bei meinem letzten Vortrag nahmen die Zuhörerinnen und Zuhörer einen Teil mit besonders offenen Ohren auf. Es ging um Beispiele für Äusserungen, die wir jeden Tag verwenden – und mit denen wir uns unbewusst selbst unter Druck setzen. „Ich hänge nach dem Abwaschen noch schnell die Wäsche auf.“ oder gar “Ich muss dann noch schnell die Wäsche aufhängen.” Was löst dieser Satz in Ihnen aus? Fühlen Sie sich beim Lesen schon gestresst? Wie steht es mit „Die Excel-Liste mache ich gleich nach dieser Sitzung!“?

Eins nach dem anderen – auch sprachlich!

Gewiss wollen wir eine Sache nach der anderen erledigen. Das Wörtchen „nach“ in beiden Formulierungen deutet darauf hin. Ihr Hirn versteht das aber nicht. Denn a) packen wir beide Aktivitäten in den gleichen Satz. Und b) sprechen wir von der für später geplanten Tätigkeit grammatikalisch in der Gegenwartsform. Das heisst für unser Hirn: Wir machen beides gleichzeitig, und zwar JETZT. Das stresst.

Eine andere Wirkung hat es, wenn wir sagen: „Ich wasche jetzt ab. Danach werde ich die Wäsche aufhängen.“ Oder: „Ich werde die Excel-Liste im Anschluss an diese Sitzung machen.“ Das gibt Raum. Jetzt ist erstmal das eine dran. Das andere wird danach folgen.

Luft zum Durchatmen

Diese Regel ist insbesondere dann hilfreich, wenn wir im Geist oder laut verschiedene Aktivitäten aufzählen, die wir vorhaben. Auf die Frage “Was hast du denn heute alles vor?” dürfen wir mit der aktuellen Tätigkeit in der Gegenwart beginnen. Jede weitere Tätigkeit setzen wir in einen separaten Satz mit Punkt am Schluss – idealerweise in der Zukunftsform: “Jetzt schreibe ich diesen Blog. Anschliessend werde ich meinem online-Marketing-Provider eine E-Mail schreiben. Kurz vor Mittag werde ich die Kinder von der Schule abholen. Ich freue mich schon auf das Mittagessen, das meine Mutter danach für uns bereit halten wird.” Mit dem Punkt zwischen diesen Sätzen bringen Sie Luft zwischen Ihre Aktivitäten. Luft zum Durchatmen.

Verantwortung für Sie selber

Ob ich gestresst bin oder nicht, kann ich mit meiner Sprache gezielt beeinflussen. Ist das nicht fantastisch? Ich bin immer wieder begeistert davon, in wie vielerlei Hinsicht wir Verantwortung für uns selbst übernehmen können.

Bitten Sie Ihre Nächsten doch einmal, Sie auf Ihre sprachlichen Eigenheiten aufmerksam zu machen. Wir alle haben sie. Schaffen wir es, sie mit der Zeit selbst zu bemerken und durch positive Alternativen zu ersetzen, kann das sprichwörtlich unser Leben verändern.

 

Weitere Wege, wie Sie Stress reduzieren und Druck abbauen, finden Sie im E-Book “Mit bewusster Sprache zu mehr Wohlbefinden”