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Das Wort Medizin kommt vom lateinischen medium, was MITTE bedeutet. Medizin ist demnach ein MITTEL, das uns wieder in unsere MITTE bringt. Ebenso ist ein/e Mediziner/in eine Person, die uns dabei hilft, in unsere MITTE zu kommen. Wie sehen Ihre Erfahrungen mit Ärztinnen und Ärzten aus? Stehen Sie bei ihnen im MITTElpunkt?

Als PATIENT wiederum sind wir aufgefordert, GEDULDIG zu sein. Genau das bedeutet das lateinische patiens. Im Krankenbett dürfen wir die Dinge eine Weile ruhen lassen. Das gibt uns Gelegenheit, uns zu kalibrieren und wieder einzuMITTEn.

Krank sein heisst: Der Körper spricht mit uns

Die Begriffe zeugen von einem Verständnis, nach dem Krankheiten uns aufzeigen, dass wir irgendwo aus dem Gleichgewicht gekommen sind. Krankheit ist der Aufschrei des Körpers, wenn wir ihm länger nicht mehr zugehört haben.

Der Körper äussert sich mit Symptomen. Wir Menschen benutzen dafür Worte. Worte haben einen Einfluss auf unser Wohlbefinden. Sie können uns stärken und sie können uns krank machen.

Sind wir einmal krank, dann reagieren wir mit grösster Sensitivität auf die Worte von Ärzten und Pflegefachkräften. Jede Silbe, jedes Zögern, jedes Körpersignal – unser Gehirn registriert alles, legt es auf die Waagschale und interpretiert es nach positiven oder negativen Zeichen: Bin ich im Kern gesund oder geht es bergab mit mir?

Krankheits- oder Heilungsverlauf?

In dieser Situation macht es einen entscheidenden Unterschied, ob meine Ärztin vom „weiteren Verlauf der Krankheit“ oder vom „weiteren Heilungsverlauf“ spricht. Sie mag damit das Gleiche meinen – nur rechne ich bei ersterem damit, dass sich die Krankheit fortsetzen wird, während ich mich im zweiten Fall schon auf dem Weg der Genesung wähne.

Man stelle sich vor, was da weit plakativere Äusserungen wie „Das ist eine bedrohliche Diagnose“ oder „Nur die Ruhe, noch liegen Sie nicht im Grab“ anrichten können! Auch eine unsensible Auflistung aller möglichen Nebenwirkungen hat ihre Nebenwirkungen.

Schneller als jede Pille

Die Bilder in meinem Kopf und die Erwartungshaltung, die ich einnehme, beeinflussen meinen körperlichen Zustand massgeblich. Worte sind Medizin. Nur wirken sie schneller und zielsicherer als jede verschriebene Pille.

Es gibt immer mehr Personen in der Medizin und der Pflege, die sich der Wirkung ihrer Worte bewusst sind. Sie leiden zum Teil darunter, dass die Wirklichkeit in medizinischen Einrichtungen weit davon entfernt ist, Worte bewusst zur Heilung von Patienten einzusetzen. Hier liegen Möglichkeiten brach, die wahre Wunder bewirken könnten.

Ich wünsche der Menschheit medizinisches Fachpersonal, das die machtvolle Wirkung von Worten kennt und entsprechend kommuniziert. Für Kurse und Weiterbildungen in diesem Bereich stehe ich jederzeit zur Verfügung.

 

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