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Wir kreieren viel Übel in der Welt und in uns selber durch unsere Erwartungen an andere. Aus der Tatsache, dass das Verhalten anderer Menschen etwas in uns bewirkt, leiten wir den irrtümlichen Anspruch ab, sie dafür beurteilen zu dürfen.

Wir laufen durch die Welt und verlangen insgeheim von allen, dass sie unseren Vorstellungen entsprechen. Von jenen, die wir nicht kennen (dann entsteht Krieg), und von jenen, die uns nahe sind: Unseren Eltern, unseren Partnern, unseren Kindern, unseren Freunden und Arbeitskolleginnen (dann entsteht Streit).

Statt sie mit all ihren Aspekten gelten zu lassen, erwarten wir von ihnen, dass sie nur jene Eigenschaften an den Tag legen, die wir als «gut» betrachten – die in uns «gute Gefühle» wachrufen.

Genauso gut können wir erwarten, dass ab morgen nur noch die Sonne scheint. Oder dass Yin und Yang nur noch aus Yin besteht, weil uns das Yang zu dunkel ist.

Du musst wie Gott sein

Unbewusst erwarten wir von unseren Nächsten, gottgleich zu sein.

In meinem online-Training «Komm in deine Mutterkraft!» zitiere ich Bernd Hellinger, den Begründer des Familienstellens. Er schreibt:

«Wir schauen manchmal unsere Mutter an und unseren Vater und denken: Da hat doch etwas nicht gestimmt. Die waren doch nicht vollkommen. (…) Schrecklich, was wir unseren Eltern mit solchen Erwartungen antun. Dann nehmen wir uns das Recht heraus, sie dafür zur Rechenschaft zu ziehen, dass sie nicht waren wie Gott. Doch nur, weil sie gewöhnlich waren, mit Fehlern, fast den gleichen Fehlern, wie wir sie selbst haben, sind wir gewachsen und wurden lebenstüchtig.»

Ein Fehler zeigt auf, was noch fehlt

Ein «Fehler» ist etwas, das noch «fehlt». Das macht Fehler zu wertvollen und unerlässlichen Wegweisern!

Ich habe am meisten in Krisen und aus Fehlern gelernt. Wenn ich mir die Frage stellte «Was stimmt hier nicht? Weshalb reagiere ich so darauf? Was fehlt hier noch?» und die Antwort darauf in mir selber suchte, dann habe ich den fehlenden Teil immer gefunden.

Der Ausweg aus der Situation ist, den Ball radikal zurück zu uns zu nehmen. So, wie unsere Gefühle in uns selber entstehen, so können wir die Antworten nur in uns selber finden. Deshalb heisst es Eigenver-antwort-ung.

Links und rechts sind ebenbürtig

Wir dürfen in einem ersten Schritt damit beginnen, uns unserer Urteile bewusst zu werden. Wir alle haben sie: Unser Hirn funktioniert so, dass es Erfahrungen erstmal an bisher Erlebtes und Bekanntes anknüpft. Wir denken in einem vorgegebenen Rahmen. Und genau den dürfen wir sprengen.

Erst dann erkennen wir plötzlich, dass wir rechts («richtig, Recht sprechen, Recht haben, rechtens») besser fanden als links («linkisch, mit dem linken Bein aufstehen, links überholt werden»). Und wie unsinnig das ist.

Rechts und links, aufmerksam und abwesend, freundlich und ablehnend – die Liste der scheinbaren Gegensätze ist unendlich. Doch sie bedingen einander. Sie sind alle Teil der gleichen Medaille.

Es gehört alles zu uns. Und zu den anderen auch. Gestehen wir ihnen dies zu, dann machen wir auch unsere eigene Welt besser.

 

Erfahre, wie deine Erwartungen in deiner Sprache zum Ausdruck kommen. Und lerne, wie du deine Wünsche auf förderliche und wirkungsvolle Weise kommunizierst. Mit den online-Trainings im Kraftwerk