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Die Themen in diesem Blog:

  • Mit der Erziehung beginnt unsere Konditionierung
  • Das sprachliche Instrument der Konditionierung sind Wenn-dann-Sätze
  • Manipulation beginnt da, wo Dazugehörigkeit an eine Bedingung geknüpft ist
  • Die Krönung der Manipulation: „Du bist nicht solidarisch, wenn…“
  • Der Ausweg: Aufs eigene Gefühl hören
  • 6 eindeutige Zeichen, dass du manipuliert wirst

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Es entspricht einem Grundbedürfnis von uns allen, dazuzugehören.

Als Kind schon lernen wir, dass dieses Grundbedürfnis an eine Bedingung geknüpft ist: Wenn wir dazugehören wollen, müssen wir „gut“ sein.

Und was gut ist, bestimmen die Eltern oder die engsten Bezugspersonen.

Das nennen wir Erziehung. Mit ihr beginnt unsere Konditionierung.

Konditionierung geschieht mit Bedingungssätzen

Das wichtigste sprachliche Instrument dieser Konditionierung sind Wenn-dann-Sätze:

«Wenn du draussen spielen gehen willst, dann ziehst du dir die warme Jacke an.»

Ein Wenn-dann-Satz ist grammatikalisch gesehen ein Konditionssatz – oder eben ein Bedingungssatz. Es ist ein Satz mit einem erstrebenswerten Zustand im Hauptsatz («Wenn du draussen spielen gehen willst, …») und der dafür nötigen Bedingung im Nebensatz (« …, dann ziehst du dir die warme Jacke an»).

Wenn wir – auch unbewusst und in bester Absicht – ständig solche Bedingungen stellen, dann sind wir von bedingungsloser Liebe weit entfernt. (Siehe dazu auch meinen Blog.)

Konditionierung ist gleichbedeutend mit Programmierung

Konditionierung ist gleichbedeutend mit Programmierung. Es ist kein Zufall, dass auch die Programmiersprache aus «Wenn-dann»-Befehlen besteht.

Und so werden wir wie eine Software durch entsprechende Befehle darauf trainiert, ein bestimmtes Verhalten an den Tag zu legen.

Denn Konditionierung und Programmierung zielen immer darauf ab, unser Denken und Handeln auf eine beabsichtigte Weise zu steuern.

Worauf werden wir programmiert?

Wir werden darauf programmiert, den elterlichen Regeln und  – damit einhergehend – den kollektiven kulturellen Regeln zu folgen. Brav zu sein. Angepasst zu sein. Zu gehorchen.

Was in der Kindheit seinen Lauf nimmt, setzt sich später fort – in der Schule, mit unseren Partnern, als Teil der Gesellschaft: Menschen erwarten, dass wir uns auf eine bestimmte Art verhalten, damit wir als «gut» oder «richtig» gelten und dazu gehören dürfen.

Wenn die Regeln zur Manipulation werden

Nun magst du einwenden, dass es in einer Gesellschaft und im familiären Zusammenleben gewisse Regeln braucht, um dem Miteinander einen einvernehmlichen Rahmen zu verleihen.

Dem stimme ich zu.

Wenn an die Einhaltung dieser Regeln jedoch das Recht geknüpft ist, dazuzugehören, dann werden sie zur Manipulation.

Und genau das erleben wir heute in unverhohlener Sichtbarkeit.

«Du bist gut, wenn …» heisst heute «Du bist solidarisch, wenn …»

Wir erleben nicht nur unbewusste Manipulation, wie wir sie als Eltern täglich anwenden. Sondern wir erleben bewusste, aktive Manipulation von jenen, die wir als Kollektiv mit der Ausarbeitung von Regeln zu unserem Wohl beauftragt haben.

Das Steuerinstrument der Obrigkeit ist das gleiche, wie es in der Erziehung zum Tragen kommt: Auf «Wenn-dann» beruhende Verordnungen und Gesetze. «Wenn du in einem Restaurant essen willst, dann musst du geimpft, genesen oder getestet sein.»

Doch die Manipulatoren gehen einen perfiden Schritt weiter.

Sie sagen nicht mehr nur «Du bist gut, wenn …». Sie sagen «Du bist nicht solidarisch, wenn …».

Es genügt nicht mehr, dass wir brav folgen, um als gut zu gelten. Nun heisst es: «Du musst tun, was wir dir sagen, sonst geht es den anderen um dich herum schlecht.»

Die Krönung der Manipulation

Jeder Mensch will gut sein.

Deshalb ist nichts schlimmer als der Vorwurf, wir wären unsolidarisch! Im heutigen Kontext wird das gleichgesetzt mit dem Vorwurf, wir würden andere krank machen oder gar zu deren Tod beitragen.

Der missbräuliche Charakter eines solches Appells ist nicht nur am schlechten Gewissen erkennbar, das er auszulösen beabsichtigt. Sondern auch daran, dass er gleichzeitig zu unsolidarischem Verhalten wie Diskriminierung und Ausschluss von jenen führt, die ihm nicht folgen mögen.

Ein missbräuchlicher Appell an unsere Solidarität ist die Krönung der Manipulation. Er bedroht den Impuls, auf das eigene Gefühl zu hören und wahrhaft selbstbestimmt zu handeln.

Und so tun wir im Namen einer falsch verstandenen Solidarität unter Umständen Dinge, die uns selber schaden.

 

Der Ausweg: Aufs eigene Gefühl hören

Doch immer mehr Menschen machen bei diesem perfiden Spiel nicht mehr mit.

Etwa diese Grossmutter, die kürzlich in den sozialen Medien schrieb: «Ich habe sieben Enkelkinder. Ich würde niemals einen Gedanken daran verschwenden, dass sie sich doch eine Spritze verabreichen sollen, nur um meine eigene Haut zu retten. Wenn ich das anderen Grosseltern gegenüber so formuliere, sind die Reaktionen äusserst interessant: Sprachlos, erschrocken, peinlich bis schockiert.»

Manchmal braucht es einen Schock, um aus der Programmierung zu erwachen. Und wenn wir dann aufgewacht sind, können wir beginnen, die Dinge mit neuen Augen zu betrachten. Mit unseren Augen zu betrachten.

Und vor allem: Wieder auf unser Gefühl zu hören.

Wenn wir uns dann aus einem guten Gefühl heraus bewusst und eigenverantwortlich für eine bestimmte Massnahme entscheiden, ist das wunderbar. Denn dann tun wir es für uns, und nicht für die anderen.

«Ich fühle» statt «ich denke»

Und so lade ich dich dazu ein, die Manipulation zu erkennen – zu spüren –, die in einem Appell an Solidarität steckt. Dein Körper sagt dir alles.

Weiter lade ich dich ein, dem Fühlen in deinem Leben wieder einen grossen Platz einzuräumen.

Die Sprache hilft dir dabei. Du kannst beispielsweise ab sofort statt des üblichen „Ich denke, dass…“ etwas Neues sagen. Sag: „Ich fühle, dass…“ oder auch „Ich habe das Gefühl, dass…“ oder „Ich spüre, dass…“.

 

Abschliessend teile ich an dieser Stelle 6 eindeutige Zeichen, anhand derer du erkennst, dass du manipuliert wirst:

6 Zeichen dafür, dass du manipuliert wirst
  • Jemand appelliert wiederholt an deine Solidarität
    Wir Menschen sind von Natur aus solidarische Wesen (sofern es uns nicht abtrainiert worden ist). Wenn mir mein Gefühl sagt, dass ich einem anderen etwas Gutes tun kann, dann werde ich es tun. Manchmal braucht es dazu eine Einladung. Eine oft wiederholte, penetrante Aufforderung im Sinn eines Appells jedoch hat immer mit Eigeninteressen der mich auffordernden Partei zu tun.
  • Ein Verhalten / Ausdruck gilt als «politisch korrekt»
    Wir sollten immer dann sehr vorsichtig sein, wenn etwas als «politisch korrekt» gilt. Was politisch korrekt ist, wird immer von oben diktiert. Was von oben diktiert wird, ist – wie bei wiederholten Appellen an meine Solidarität – immer mit bestimmten Interessen verbunden. Diese haben selten mit Nächstenliebe zu tun. Lies dazu meinen Blog Die Sprache der Freiheit.
  • Du hast ein ungutes Gefühl
    Dein Gefühl sagt dir alles. Fühlt sich etwas schwer an? Mach es nicht! Fühlst du dich bei etwas mulmig? Prüfe es! Hast du leise Zweifel an etwas? Geh den Zweifeln auf den Grund! Vielleicht tust du etwas nur jemand anderem zuliebe – oder weil es die Gesellschaft so will. In diesem Fall lässt du dich manipulieren.
  • Du kannst zu etwas nicht NEIN sagen
    Kannst du nicht NEIN sagen, obwohl du eigentlich möchtest? Das Perfide an Manipulation ist, dass sie dir ein schlechtes Gewissen macht. Hast du ein schlechtes Gewissen und kannst du schlecht NEIN sagen, dann kannst du davon ausgehen, dass dich jemand manipuliert. Und du dich manipulieren lässt.
  • Du fühlst dich freud- und wertlos
    Wenn wir häufig mehr auf andere hören als auf uns selbst, dann führt das zu Freudlosigkeit und einem Gefühl, nichts wert zu sein. Kein Wunder, denn dann entfernen wir uns immer weiter von uns selbst. Wir definieren uns womöglich über andere – über ihre Meinung, über ihre Erwartungen an uns, über ihre Reaktionen auf uns. Das lässt dich leer zurück. Erst wenn du dich und dein Gefühl an erste Stelle setzt, erwächst aus dieser Selbstbestimmung wieder das Gefühl der Freude.
  • Du sagst nicht mehr, was du denkst
    Manipulation schüchtert ein. Das geschieht auch bei einem Appell an Solidarität: Es ist kaum vertretbar, sich offen dagegen zu stellen. Ich riskiere es dann ja, als unsolidarisch zu gelten und nicht mehr dazuzugehören. Genau das wird mir suggeriert. Es braucht eine grosse Portion Mut, um dann zu dir selbst zu stehen – und zu sagen, was du denkst. Hab diesen Mut! Damit durchbrichst du den Teufelskreis der Manipulation und findest zurück in deine Kraft.