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Wie hatte ich mich auf dieses online-Seminar gefreut! Das Thema war genau meins – ein Thema, das mir sehr wichtig ist, über das ich viel weiss und zu dem ich noch mehr erfahren wollte.

Die Gruppengrösse erwies sich als ideal: Wir waren knapp zehn Teilnehmerinnen. Das würde einen wunderbaren Austausch ergeben!

Doch nach den vier Stunden brummte mir der Kopf. Mein Energielevel war in den Keller gerutscht. Ich sass ausgelaugt, aufgewühlt und enttäuscht da.

 

Weder gesehen noch gehört

Aus dem freudvollen Austausch war nichts geworden. Spontane Inputs erschienen nicht erwünscht. Hinterfragende und meines Erachtens interessante Bemerkungen liess ich instinktiv bleiben.

Die wenigen Beiträge, zu denen mich die Seminarleiterin aufforderte, wurden von ihr auf eine Art und Weise kommentiert, die mir zeigte: Sie hatte mir nicht wahrhaft zugehört.

Sie wollte uns etwas beibringen – und nicht wissen, was wir schon alles wussten. Sie wollte dozieren – und sich nicht austauschen. Sie wollte lehren – und nicht selber lernen.

Kurz: Ich hatte mich weder gesehen noch gehört gefühlt.

Wie mag es Schulkindern ergehen, die solches täglich erleben?!

 

Die vier A beginnen mit: Augenhöhe

Von einer bekannten Autorin und Dozentin für bewusste Sprache sind mir die drei A für eine wertschätzende Kontaktaufnahme bekannt: Anschauen – ansprechen – atmen.

Ich habe diesen drei A schon vor einiger Zeit ein viertes A vorangestellt. Es steht für Augenhöhe. Denn als erstes dürfen wir uns vergegenwärtigen, dass wir uns innerlich (wenn möglich auch äusserlich) auf Augenhöhe mit unserem Gesprächspartner, unserer Gesprächspartnerin begeben.

Diese Augenhöhe entspricht einer inneren Haltung. Sie steht dafür, dass ich den anderen als gleichwertig betrachte. In dieser Haltung bin ich vollkommen offen dafür, dass er oder sie gleich viel kann, weiss und IST wie ich.

 

Namasté

In meinen online-Trainings gebe ich als Hilfsmittel zum Einnehmen dieser Haltung das Namasté mit. Namasté heisst: «Ich sehe Gott in dir» oder «Ich erkenne deine Göttlichkeit». In dieser Göttlichkeit sind wir alle gleich. Wir sind alle wertvoll.

Wenn ich dieses Namasté vor Gesprächsbeginn innerlich ausspreche, dann öffne ich mich für meine/n Gesprächspartner/in. Diese offene, gleichwertige Haltung wirkt sich energetisch auf jedes Gespräch aus.

Dann kann das geschehen, was ich letzte Woche im Einzelgespräch mit einer Teilnehmerin meines online-Trainings erlebt habe. Nach etwa zehn Minuten sagte sie zu mir: «Ich war vorhin so erschöpft. Jetzt merke ich, wie das Gespräch mit dir meine Energie anhebt!»

Das ist für mich das grösste Kompliment, das ich bekommen kann. Und für dich bedeutet es: Dein Energielevel zeigt unmissverständlich an, ob dir ein Gespräch gut tut – oder nicht.

 

Die Konsequenz: Fernhalten und anders machen

Was kannst du tun, wenn du im Gespräch mit einem Freund oder in einem Seminar erkennst, dass du als Mensch nicht gesehen wirst? Dass dein Energielevel sinkt statt steigt? Dass dein Beitrag nicht erwünscht ist bzw. du nicht gehört wirst?

Ganz einfach: Halte dich künftig fern. Deine Selbstliebe gebietet es dir, dich mit Menschen zu umgeben, die dir gut tun.

In einem zweiten Schritt danke ich jeweils dem Universum für die Erfahrung – und nutze sie, um es in einem nächsten Gespräch bewusst anders zu machen. Ich gehe dann mit einer noch offeneren, noch wertschätzenderen Haltung auf einen Menschen zu. Und ich freue mich darauf, von ihm zu lernen. Egal, was.

Denn: Jede Begegnung hält ein Geschenk für uns bereit! Nur, wenn wir innerlich offen sind, können wir es erkennen und annehmen.